16 Schweizer Zugpferde messen sich vor Heimpublikum mit den Weltbesten

Sie gehören bei Weltklasse Zürich jedes Jahr zu den Publikumslieblingen: Die Schweizer Athletinnen und Athleten, die sich vor ausverkauften Rängen dem Heimpublikum präsentieren. 16 von ihnen kommen dieses Jahr im Hauptprogramm zum Einsatz, angeführt von drei frischgebackenen EM-Champions.
Bereits zwölf Mal standen Schweizer Aushängeschilder in der Wanda Diamond League 2026 auf dem Podest. Wenn es bei Weltklasse Zürich um die nächsten Top-Platzierungen geht, rücken aus Schweizer Sicht diejenigen Athletinnen und Athleten in den Fokus, die bei den Europameisterschaften in Birmingham (GBR) für Furore sorgten. Sämtliche EM-Medaillen-Held:innen werden in der Limmatstadt vor 25'000 begeisterten Fans auflaufen.
Dreimal Gold in Birmingham – und nun top bei Weltklasse Zürich?
Am Mittwochabend greift Angelica Moser als erste Schweizerin ins Wettkampfgeschehen ein. Die Einheimische vom LC Zürich soll mit ihren Stab-Kolleginnen bei Weltklasse Zürich im Hauptbahnhof die Wannerhalle zum Kochen bringen und Vorfreude auf den Folgeabend schüren. Dabei wird sie nicht nur das Heimpublikum in ihrem Rücken wissen, sondern auch mit der Gewissheit antreten, nach erfolgreicher Titelverteidigung in Birmingham weiterhin die Beste Stabhochspringerin Europas zu sein. Eine Scharte gilt es allerdings auszuwetzen: Bei neun Weltklasse Zürich-Starts stand die diesjährige fünffache Diamond-League-Podestspringerin noch nie auf dem Treppchen.
Audrey Werro (CA Belfaux) sorgte Anfang August für emotionale EM-Höhepunkte: Im 800-m-Halbfinal mit einem Schreckmoment, als sie wegen Gegnerinnenkontakt zu Fall kam und erst nach Protest zum Final zugelassen wurde. Tags darauf auferstand sie mit einem phänomenalen Gold-Lauf, als sie sich trotz deren zahlreichen Angriffen die Engländerin Keely Hodgkinson vom Leib hielt. In der äusserst spannenden und hochstehenden Hatz um Gold bewiesen die Athletinnen, weshalb diese Entscheidung die meistbeachtete der vergangenen Kontinental-Meisterschaften war. Alle Augen werden auch am Donnerstagabend auf die frischgebackene Europameisterin aus dem Kanton Fribourg gerichtet sein, wenn sie ihren Vorjahressieg im Stadion Letzigrund wiederholen will. Und: Gegen die EM-Dritte Femke Broders-Bol (NED) und 1500-m-Europameisterin Georgia Hunter Bell (GBR) soll es richtig schnell werden.
Endlich, ist man versucht zu sagen. Endlich gelang es Jason Joseph beim EM-Titelgewinn über 110 m Hürden, sein ganzes Potenzial abzurufen und seinen eigenen hohen Erwartungen gerecht zu werden. In den Stunden danach versprühte der Baselbieter unter den zahlreich anwesenden Schweizer Fans eine zuvor kaum dagewesene Freude über sein Abschneiden im Alexander Stadium. Sie war Zeugnis davon, wie viel ihm dieser Titel bedeutet. Kurz vor dem Start des Hauptprogramms angesetzt, soll Joseph dem Zürcher Oval richtig einheizen und damit einen weltklassigen Abend einläuten.
Wie schlagen sich die Schweizer EM-Stars?
Gespannt sein darf man auch auf das Abschneiden der Ostschweizer EM-Silbermedaillengewinner Simon Ehammer (Weit/TV Teufen) und Dominic Lobalu (10'000 m/LC Brühl), die im Weitsprung beziehungsweise über 3'000 m antreten. Timothé Mumenthaler, der nach seinem EM-Sensationsgold 2024 in seiner Paradedisziplin 200 m als Dritter auch in Birmingham Edelmetall gewann, bekommt es in Zürich mit fast ausschliesslich aussereuropäischer Konkurrenz zu tun.
Für einen Hühnerhaut-Moment sorgten in Birmingham die 4x100-m-Sprinterinnen. In einem über 15-jährigen Staffelprojekt vorbereitet und eben so lange ersehnt, erliefen sich Géraldine Di Tizio-Frey (LK Zug), Fabienne Hoenke (LV Frenke), Léonie Pointet (CA Riviera) und Salomé Kora (LC Brühl) Silber. Getragen von den Emotionen, die eine ganze Community inklusive ehemaliger Staffel-Kolleginnen und -Trainer mitrissen, gehen sie bei Weltklasse Zürich einzeln über 100 und 200 m an den Start.
Neben den 16 Schweizer Athletinnen und Athleten im Hauptprogramm erhalten deren 14 einen Startplatz im Vorprogramm.
Das sind die Schweizer Starter:innen bei Weltklasse Zürich
Weltklasse Zürich im Hauptbahnhof (Mittwoch, 26. August)
Stab F: Angelica Moser (LC Zürich)
Stadion Letzigrund (Donnerstag, 27. August) – Hauptprogramm
100 m F: Géraldine Di Tizio-Frey (LK Zug)
200 m M: Timothé Mumenthaler (Stade Genève)
800 m F: Valentina Rosamilia (BTV Aarau)
800 m F: Veronica Vancardo (CA Fribourg)
800 m F: Audrey Werro (CA Belfaux)
800 m M: Ivan Pelizza (LC Zürich)
800 m M: Ramón Wipfli (STB)
3000 m M: Dominic Lobalu (LC Brühl)
100 m Hürden: Annik Kälin (AJ TV Landquart)
100 m Hürden: Ditaji Kambundji (STB)
400 m Hürden M: Dany Brand (LC Zürich)
400 m Hürden F: Lena Wernli (LC Zürich)
Hoch F: Marithé Engondo (Lausanne-Sports)
Weit M: Simon Ehammer (TV Teufen)
Speer M: Simon Wieland (STB)
Stadion Letzigrund (Donnerstag, 27. August) – Vorprogramm
200 m F: Fabienne Hoenke (LV Frenke)
200 m F: Mujinga Kambundji (STB)
200 m F: Léonie Pointet (CA Riviera)
200 m F: Cynthia Reinle (TV Unterseen)
400 m M: Haydn Brotschi (LV Langenthal)
400 m M: Manuel Gerber (LAG Gossau)
400 m M: Ricky Petrucciani (LC Zürich)
400 m M: Lionel Spitz (Adliswil Track Team)
1500 m F: Lilly Nägeli (LC Uster)
1500 m F: Delia Sclabas (Gerbersport)
1500 m F: Joceline Wind (Biel/Bienne Athletics)
1500 m Rollstuhl M: Marcel Hug
110 m Hürden: Jason Joseph (LC Therwil)
110 m Hürden: Fabio Küchler (TSV Rothenburg)
