Eine Saison voller Weltklasse-Momente

Die Leichtathletik-Sommersaison 2026 ist Geschichte. Von den ersten Wanda Diamond League Meetings im Frühjahr über die Europameisterschaften in Birmingham und unser Highlight, Weltklasse Zürich, bis zum Final der Wanda Diamond League in Brüssel und der Premiere der Ultimate Championships in Budapest bot die Saison grosse Geschichten, herausragende Leistungen und unvergessliche Momente. Aus Schweizer Sicht war 2026 eine Saison der ganz besonderen Art – und für Weltklasse Zürich ein Jahr, das einmal mehr gezeigt hat, wie einzigartig Leichtathletik in Zürich gefeiert werden kann. (Foto: Patrick B. Kraemer)
Weltklasse Zürich: Zwei Weltrekorde und ein Letzigrund voller Emotionen
Der Höhepunkt aus Zürcher Sicht war der 27. August. Vor 25'000 begeisterten Fans im ausverkauften Stadion Letzigrund wurde Weltklasse Zürich 2026 zu einem Abend, der in Erinnerung bleiben wird.
Gleich zwei Weltrekorde fielen innerhalb von knapp vierzig Minuten: Zunächst verbesserte Alison dos Santos über 400 m Hürden Karsten Warholms bisherige Bestmarke auf 45,80 Sekunden. Kurz darauf markierte Masai Russell über 100 m Hürden mit 12,09 Sekunden schon den nächsten Weltrekord, den 27. in der fast 100-jährigen Geschichte von Weltklasse Zürich. Dazu kamen weitere Spitzenleistungen, satte sechs Meetingrekorde sowie sechs Weltjahresbestleistungen.

Für die Schweizer Fans gab es gleich mehrfach Grund zum Jubeln. Audrey Werro gewann das 800-m-Rennen in 1:53,70 Minuten und verbesserte damit ihren eigenen Schweizer und Diamond-League-Rekord. Zugleich war es die drittbeste Zeit der Disziplingeschichte. Auch Fabienne Hoenke über 200 m, Jason Joseph über 110 m Hürden und Rolllstuhlsportler Marcel Hug über 1500 m feierten Schweizer Heimsiege.
Bereits am Vorabend hatte Weltklasse Zürich im Hauptbahnhof für einen spektakulären Auftakt gesorgt. Mehr als 3'000 Zuschauer:innen und Passant:innen verfolgten den City Event der weltbesten Stabhochspringerinnnen. Hana Moll gewann den Diamond-League-Wettkampf, während Lokalmatadorin Angelica Moser beim Heimauftritt vor mit Schweizer Hallenrekord (4,85 m) den zweiten Platz belegte.
Damit bot Weltklasse Zürich einmal mehr genau das, wofür das Meeting seit Jahrzehnten steht: Weltklasseleistungen, grosse internationale Stars und Schweizer Athlet:innen, die sich vor heimischem Publikum von ihrer besten Seite zeigen.

Eine Schweizer Leichtathletik auf dem nächsten Level
Dass die Schweizer Leichtathletik 2026 auf breiter Front überzeugt hat, zeigte sich bereits wenige Tage zuvor bei den Europameisterschaften in Birmingham. Mit sieben Medaillen, drei Europameistertiteln und insgesamt 20 Top-8-Platzierungen knüpfte die Schweizer Equipe an die historischen Erfolge von Rom 2024 an.
Audrey Werro krönte ihre Saison mit dem Europameistertitel über 800 m. In 1:54,81 Minuten lief sie gleichzeitig Meisterschaftsrekord. Angelica Moser verteidigte im Stabhochsprung ihren EM-Titel, Jason Joseph gewann über 110 m Hürden ebenfalls Gold. Auch Simon Ehammer (Weitsprung, Silber), Dominic Lobalu (10'000 m, Silber), Timothé Mumenthaler (200 m, Bronze) und die Frauensprintstaffel (4x100 m, Silber) kehrten mit Medaillen nach Hause.
Bemerkenswert war dabei nicht nur die Zahl der Medaillen, sondern die Breite der Schweizer Spitze. 67 Athlet:innen – in sämtlichen Disziplinengruppen – bildeten die grösste Schweizer EM-Delegation aller Zeiten. Die Leistungen in Birmingham machten deutlich: Die Schweizer Leichtathletik ist längst nicht mehr nur mit einzelnen Namen international konkurrenzfähig, der Höhenflug, initiiert durch die EM 2014 in Zürich, hält weiter an.

Die Wanda Diamond League: Von Shanghai bis Brüssel
Der Weg nach Zürich war auch 2026 Teil einer globalen Reise durch die Welt der Leichtathletik. Die Wanda Diamond League führte die Athlet:innen über 14 Meetings auf vier Kontinenten – von Shanghai und Xiamen, Rabat und die europäischen Stationen bis nach Doha, Eugene, Monaco, London, Lausanne, Silesia und schliesslich Zürich.
Über die gesamte Saison hinweg prägten die grossen Namen der Leichtathletik die Serie. Gleichzeitig entwickelte sich die Schweizerin Audrey Werro zu einer der herausragenden Figuren der Wanda Diamond League. Nach Siegen und Meetingrekorden in Rabat, Stockholm und Paris setzte sie ihre Erfolgsserie in Lausanne und Zürich fort. Beim Wanda Diamond League Final in Brüssel bestätigte sie ihren Ausnahmestatus schliesslich mit einem weiteren Sieg über 800 m und der Titelverteidigung in der Premium-Meetingserie – der ersten einer Schweizerin jemals.

Audrey Werro schreibt ihre eigene Saison-Geschichte
Kaum eine Athletin prägte die Saison 2026 stärker als Audrey Werro. Europameisterin, ungeschlagene Diamond-League-Seriensiegerin, Schweizer Rekordhalterin – und nun auch Ultimate Champion.
Bei den erstmals ausgetragenen Ultimate Championships in Budapest setzte die 22-jährige Freiburgerin ihrer Saison die Krone auf. Im 800-m-Final liess sie die britische Olympiasiegerin Keely Hodgkinson und die niederländische Hürden-Weltmeisterin Femke Broeders-Bol einmal mehr hinter sich. Damit blieb Werro auch in ihrem letzten grossen Outdoor-Rennen der Saison ungeschlagen.
Die Ultimate Championships markierten gleichzeitig einen neuen Ansatz für den internationalen Leichtathletik-Kalender. Mit einem kompakten Format, hochkarätigen Startfeldern und insgesamt zehn Millionen US-Dollar Preisgeld wollte World Athletics eine neue lukrative Meisterschaft zum Saisonabschluss schaffen. Die Premiere in Budapest lieferte spektakuläre Wettkämpfe und grosse Geschichten – allen voran durch den Schweizer Prestigesieg von Audrey Werro.
Weltklasse Zürich bewegt – auch abseits der grossen Bühne
Mehr als nur ein grosser Sportabend, das ist längst auch bei Weltklasse Zürich Programm. Über die gesamte Saison hinweg haben unsere Events Menschen in der ganzen Schweiz bewegt und neue Rekorde aufgestellt.
Der Weltklasse Zürich Zoo Run war bereits kurz nach Anmeldebeginn ausverkauft. Mehr als 1'300 Laufbegeisterte gingen im geschlossenen Zoo Zürich für den Naturschutz an den Start und sorgten mit rund 33'000 CHF für einen Spendenrekord.
Auch die Weltklasse Zürich Extrameile blickt auf eine Rekordsaison zurück. Mit neun Abschlussevents in der Deutschschweiz war 2026 die bisher grösste Saison seit Projektstart. Tausende Schulkinder erlebten dabei, dass Ausdauer, Bewegung und das Überwinden eigener Grenzen vor allem eines machen: Freude.
Bei Jugend trainiert mit Weltklasse Zürich bestätigten rekordverdächtige Anmeldezahlen die ungebrochene Beliebtheit. Und auch der UBS Kids Cup schrieb Geschichte: Seit seiner Lancierung im Jahr 2011 wurden zwei Millionen Teilnahmen erreicht. Allein 2026 bewegten sich mehr als 150'000 Kinder und Jugendliche im Rahmen der grössten Nachwuchsserie im Schweizer Sport.
So endet eine Saison, in der Weltklasse Zürich auf und neben der Bahn bewegt und begeistert hat: mit Weltklasseleistungen im Stadion, Schweizer Erfolgen auf den grössten Bühnen Europas und der Welt – und mit zehntausenden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die selbst Teil dieser Weltklasse-Geschichte geworden sind.
