Die Besten aus drei Kontinenten

In der Stehplatzkurve des Stadions Letzigrund vereint sich die neue und alte «Speerwerfer-Welt»: Der Pariser Bronzemedaillengewinner und zweifache Weltmeister Anderson Peters aus Grenada trifft auf seinen kenianischen «Vorgänger» Julius Yego und Ex-Europameister Julian Weber aus Deutschland.

Wie global die Leichtathletik inzwischen geworden ist, lässt sich anhand des Speerwurfs der Männer festmachen. Über ein Jahrhundert (1908 bis 2008) stellte Europa mit einer Ausnahme (1952) alle Olympiasieger. Bei den Weltmeisterschaften wurde die 30-jährige Dominanz des «alten Kontinents» (1983 bis 2013) ebenfalls nur einmal (1997) unterbrochen. Seit 2015 indes stammen vier von fünf Weltmeistern aus anderen Erdteilen als Europa. Bei Weltklasse Zürich sind die eigentlichen «Pioniere» am Start.

Peters und Yego zurück in alter Stärke
So stark wie schon lange nicht mehr präsentiert sich Anderson Peters aus Grenada. Der Pariser Olympia-Dritte und Amerika-Rekordhalter (93,07 m) übertraf jüngst in Lausanne erstmals seit zwei Jahren wieder die magische 90-m-Marke. Grenadas erster Leichtathletik-Weltmeister in einer technischen Disziplin trat 2019 und 2022 gewissermassen in die Fussstapfen seines karibischen Kollegen Keshorn Waltcott aus Trinidad und Tobago, seines Zeichens Olympiasieger 2012 und Bronzemedaillengewinner 2016.

Dass es noch «exotischer» geht, beweist der 33-jährige Routinier Julius Yego aus dem «Läuferland» Kenia. Der dreifache Afrikameister studierte auf YouTube die Technik der europäischen Speerwurflegenden Jan Zelezny (CZE) und Andreas Thorkildsen (NOR), ehe er 2015 in Peking WM-Gold und 2016 in Rio Olympia-Silber errang. Nach mehreren Verletzungen meldete sich der Afrikarekordhalter (92,72 m) mit Rang 5 im Stade de France zurück, gefolgt von Julian Weber (GER), der das Pariser Wanda Diamond League Meeting im Stade Charléty noch gewonnen hatte.

Weber jagt die 90 Meter
Der Europameister von München 2022 und EM-Zweite von Rom 2024 wartet damit weiterhin auf sein erstes Edelmetall an globalen Titelkämpfen. 2021 bei Olympia sowie 2022 und 2023 an den Weltmeisterschaften blieb Weber jeweils nur die «Blechmedaille». Nach vier Podestplätzen im Letzigrund nimmt der vierfache deutsche Serienmeister seine erste «Zürich Trophy» ins Visier. Landet Webers Speer mit der Unterstützung der Stehplatzkurve gar erstmals jenseits der 90 Meter? Noch fehlen ihm 46 Zentimeter.


Welche Stars starten am 5. September noch bei Weltklasse Zürich im Stadion Letzigrund? Die bestätigten Namen gibt es hier.

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