Gipfeltreffen der schnellsten Frauen der Welt

Wenn die schnellsten Frauen des Planeten in die Startblöcke steigen, schaut nicht nur die Sportwelt gebannt nach Zürich. Am 5. September kommt es einerseits zum Gipfeltreffen zwischen Olympiasiegerin Julien Alfred und der Olympiazweiten Sha’Carri Richardson, andererseits zum Duell der europäischen Sprintqueens Dina Asher-Smith und Mujinga Kambundji.
105 Nationen – mehr als in jeder anderen Sportart – haben in der 128-jährigen olympischen Geschichte der Neuzeit schon Edelmetall in der Leichtathletik gewonnen. Die 180 000 Menschen zählende Karibikinsel Saint Lucia taucht dank Julien Alfred erstmals im olympischen Medaillenspiegel auf – und das gleich doppelt.
Die 60-m-Weltmeisterin und mehrfache NCAA-Champion im Dienst der Universität Texas stürmte im Pariser Regen erst zu Gold über 100 m, um sich danach mit Silber über die zweifache Distanz zu schmücken. Im Königssprint verwies die 22-jährige Lucianerin die zwei Jahre ältere Weltmeisterin Sha’Carri Richardson (USA) mit Landesrekord (10,72) gleichermassen überraschend wie deutlich auf Platz zwei (10,87).
Richardson, Siegerin bei Weltklasse Zürich 2023 und eine der auffälligsten Protagonistinnen in der Netflix-Doku «Sprint», doppelte ihrerseits mit olympischem Staffelgold nach. Im 4x100-m-Endlauf verstärkten auch Dina Asher-Smith (2./GBR) und Mujinga Kambundji (8./SUI) ihre Equipen, nachdem sie sich zuvor in Rom die europäische Sprintkrone über 100 m (Asher-Smith) und 200 m (Kambundji) geteilt hatten. In Paris hingegen schlugen sich die beiden unterschiedlich in ihren «Golddisziplinen».
Kambundjis Direktvergleich mit Nachfolgerin
Derweil 100-m-Europameisterin Asher-Smith den prestigeträchtigen Finaleinzug über die Kurzstrecke verpasste und noch eine Rechnung mit ihrer Trainingskollegin (Julien Alfred) zu begleichen hat, wiederholte die zweifache 200-m-Europameisterin Kambundji ihren Coup in der weltweit kompetitivsten Disziplin.
In exakt derselben Zeit (10,99) wie in Tokio 2021 glänzte die 32-jährige Bernerin abermals mit Platz 6 unter den schnellsten Frauen der Welt. Im Stadion Letzigrund, in dem ihr Stern an den Heim-Europameisterschaften vor zehn Jahren aufgegangen ist, hofft die nunmehr neunfache internationale Medaillengewinnerin auf einen ähnlich guten Start wie zuletzt im Stade de France.
Dass ihr die «Piste Magique» liegt, hat Publikumsliebling Mujinga Kambundji mit ihrem Landesrekord (10,89) anlässlich der Schweizer Meisterschaften vor zwei Jahren bewiesen. Nun misst sich die Hallen-Weltmeisterin von 2022 (6,96) unter anderem mit ihrer direkten Nachfolgerin aus Saint Lucia (6,98).
Welche Stars starten am 5. September bei Weltklasse Zürich im Stadion Letzigrund? Die bestätigten Namen gibt es hier.
