Weltklasse Zürich mit so vielen Schweizer Stars wie nie zuvor

Kaum ein Eintages-Event hat für Schweizer Leichtathlet:innen einen derart hohen Stellenwert in der Saison- oder gar Karriereplanung wie Weltklasse Zürich. 20 Aushängeschilder kommen heuer im Stadion Letzigrund im Hauptprogramm zum Einsatz, ein Dutzend von ihnen in einer Einzeldisziplin.
Die einzigartige Atmosphäre im Stadion Letzigrund ist vor allem für sie beflügelnd: Die Schweizer Leichtathletik-Cracks, die auch dank der nachhaltigen Förderung von Weltklasse Zürich in immer grösser werdender Anzahl gegen die Weltstars antreten dürfen. Die Entwicklung unterstreicht, welch positiver Trend die Schweizer Leichtathletik derzeit erfährt.
Schweizer EM-Held:innen im Fokus
Für die hiesige Leichtathletik waren die Europameisterschaften in Rom im Juni eine Sternstunde. Gleich neunmal wurden Vertreter:innen von Swiss Athletics bei einer Medaillenfeier aufs Podest gerufen. Quasi als logische Folge davon ergatterten sich auch so viele Schweizer Stars wie nie zuvor einen Startplatz im Hauptprogramm von Weltklasse Zürich.
Angeführt wird die Schweizer Delegation von der zweifachen 200-m-Europameisterin Mujinga Kambundji, die über 100 m auf einen ähnlich guten Start hofft wie im Olympiafinal, in dem sie Sechste wurde. Mit Julien Alfred (Saint Lucia) und Sha’Carri Richardson (USA) werden sowohl die Olympiasiegerin als auch die Weltmeisterin Weltklasse Zürich die Ehre erweisen.
Auch im 200-m-Rennen der Männer schickt die Schweiz einen amtierenden Kontinental-Meister ins Rennen. Der 21-Jährige hatte in Rom für eine der ganzen grossen Sensationen gesorgt und die versammelte europäische Konkurrenz bezwungen. Mumenthaler trifft nun auf keinen Geringeren als Olympiasieger Letsile Tebogo (BOT) sowie die US-Olympiamedaillengewinner Kenneth Bednarek (200 m) und Fred Kerley (100 m).
Dank Ditaji Kambundji und Jason Joseph schielen Schweizer Fans schon seit einigen Jahren mit besonderer Aufregung auf internationale Kurzhürden-Rennen. Die beiden Jungstars haben das Schweizer Niveau in dieser Sparte zuletzt auf ein ganz neues Niveau gehoben. EM-Silbermedaillengewinnerin und Schweizer Rekordhalterin Ditaji Kambundji sorgt beim helvetischen Publikum für stark ansteigende Pulswerte, wenn sie auf der Conica-Bahn beispielsweise auf Olympiasiegerin Masai Russell (USA) und Weltmeisterin Danielle Williams (JAM) trifft. Auch der EM-Dritte und nationale Rekordhalter Joseph darf sich mit dem amtierenden Olympiasieger und Weltmeister, Grant Holloway (USA), messen.
Simon Ehammer entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem sicheren Schweizer Grossanlass-Wert. In Rom hat der Appenzeller, der sich bis heute als Zehnkämpfer sieht, mit Silber bereits seine zweite internationale Weitsprung-Medaille nach WM-Bronze 2022 gewonnen. Vor versammelter Weltelite um Olympiasieger, Welt- und Europameister Miltiadis Tentoglou (GRE) möchte der Alleskönner seinen vierten Olympia-Rang von Paris vergessen machen.
Wer ist die Stärkste des Schweizer 800-m-Trios?
Teaminterne Spannung ist über 800 m programmiert. Unvergessen ist der packende Dreikampf, den sich Rachel Pellaud, Audrey Werro und Valentina Rosamilia bei den Schweizer Meisterschaften in Winterthur über zwei Bahnrunden lieferten, bei dem es nicht nur um SM-Gold, sondern auch um Olympia-Tickets für Paris ging. In einem denkwürdigen Finish blieben alle drei Läuferinnen unter 1:59 Minuten, Pellaud schnappte sich den SM-Titel. Welche der drei Top-Läuferinnen ist bei Weltklasse Zürich die Schnellste, wenn sie unter anderem gegen Weltmeisterin Mary Moraa (KEN) antreten? Und wird für sie gar der Schweizer Rekord von Selina Rutz-Büchel (1:57,95 Minuten) zum Thema?
Abschied von der grossen Bühne
Für eine Schweizer Athletin wird das diesjährige Meeting zur grossen Abschieds-Show. Aufgrund anhaltender körperlicher Beschwerden, welche die hohen Belastungen des Leistungssports nicht mehr zulassen, bestreitet Salome Lang ihren letzten Wettkampf als Spitzen-Hochspringerin. Ein letztes Mal hofft die Schweizer Rekordhalterin (1,97 m) und Olympiateilnehmerin von 2021 auf enthusiastische Schweizer Fans in der Stehplatzkurve.
Die Schweizer Starts in der Übersicht
Hauptprogramm
100 m Frauen: Mujinga Kambundji
200 m Männer: Timothé Mumenthaler
800 m Frauen: Rachel Pellaud, Valentina Rosamilia, Audrey Werro
100 m Hürden: Ditaji Kambundji
110 m Hürden: Jason Joseph
400 m Hürden Frauen: Yasmin Giger
400 m Hürden Männer: Julien Bonvin
Speer Männer: Simon Wieland
Hoch Frauen: Salome Lang
Weit Männer: Simon Ehammer
4x100 m Frauen: Schweizer Nationalstaffel, Schweizer Nationalstaffel U23
Vorprogramm
100 m Frauen: Sarah Atcho-Jaquier, Soraya Becerra, Iris Caligiuri, Géraldine Frey, Salomé Kora, Emma Van Camp
400 m Frauen: Annina Fahr, Catia Gubelmann, Julia Niederberger, Giulia Senn
400 m Männer: Charles Devantay, Vincent Gendre, Ricky Petrucciani, Lionel Spitz
3000 m Männer: Jonas Raess
