Zweikampf um Zürcher Sieg – Dreikampf um Schweizer Rekord

Über 800 Meter heisst die Affiche Indoor-Weltmeisterin Tsige Duguma gegen Outdoor-Weltmeisterin Mary Moraa respektive Olympia-Zweite gegen Olympia-Dritte. Dazu kommt ein Schweizer Trio, das in Paris seine olympische Feuertaufe über die doppelte Stadionrunden erlebt hat und in Zürich auf Rekordjagd geht.  

Mary Moraa (KEN) hat gute Erinnerungen an Weltklasse Zürich, krönte sie sich doch 2022 erstmals zur Wanda Diamond League Champion im Stadion Letzigrund. Nun winkt der Weltmeisterin und Olympia-Bronzemedaillengewinnern der zweite Sieg beim wichtigsten Eintagesmeeting im internationalen Leichtathletik-Circuit. Doch ein Spaziergang wird es mitnichten.

Von den 200 m zu den 800 m

Tsige Duguma (ETH), dekoriert mit Indoor-WM-Gold und Olympia-Silber 2024, weiss trotz ihrer 23 Jahre schon, wie man grosse Rennen läuft. Die erste äthiopische Hallen-Weltmeisterin über 800 m hielt Anfang März in Glasgow (GBR) nicht nur die schottische Favoritin Jemma Reekie (2., in Zürich ebenfalls am Start) auf Distanz, sondern fünf Monate später auch Mary Moraa (3.) im Pariser Olympiafinal, wo sie mit persönlicher Bestzeit (1:57,15) auf den Silberplatz stürmte.

Dugumas Werdegang ist umso frappanter, als sie ursprünglich vom (Lang-)Sprint kommt. 2017 gewann sie den U20-Afrikatitel über 200 m, 2022 wurde sie äthiopische Meisterin über 400 m. Im selben Jahr gelang Moraa in Kenia das nationale Double über 400 m und 800 m.

Drei Schweizer Olympiastarterinnen

Eine ähnliche Metamorphose hat Schweizer Meisterin Rachel Pellaud hinter sich. Stand sie 2021 in Tokio noch mit der 4x400-m-Staffel im Einsatz, so qualifizierte sich die 29-jährige Bielerin heuer mit 1:58,69 Minuten für ihre zweiten Olympischen Spiele. Über die doppelte Stadionrunde stiess sie bis in den Halbfinal vor.  

Gleiches schaffte ihre Trainingskollegin Valentina Rosamilia. Die frühere U20-EM-Bronze- und U20-WM-Silbermedaillengewinnerin drückte ihre persönliche Bestmarke diese Saison um über fünf Sekunden auf 1:58,63 Minuten. Dabei verblüffte die erst 21-jährige Aargauer Olympiadebütantin im Vorlauf, Hoffnungslauf und Halbfinal mit drei ihrer vier besten Zeiten überhaupt.

Wann fällt der Rekord von Selina Rutz-Büchel?

Auch die ein Jahr jüngere Olympianovizin Audrey Werro kommt nach einem verletzungsbedingt späten Saisoneinstieg immer besser in Fahrt. Die Freiburger Maturandin hatte ihre ersten kantonalen und nationalen Siege beim UBS Kids Cup und MILLE GRUYÈRE gefeiert, ehe sie ihre «Reifeprüfung» auch international ablegte – mit doppeltem U20-EM-Gold und U20-WM-Silber über 800 m (PB 1:58,13) sowie einem Junioren-Weltrekord über 1000 m (2:34,89).

17 nationale Bestmarken hält Werro vom Fünfkampf (U18) bis zu den 1000 m (U23). Allein der Landesrekord über 800 m fehlt dem «Swiss Rising Star» noch. Der steht seit 2015 bei 1:57,95 Minuten, gehalten von der zweifachen Hallen-Europameistermeisterin Selina Rutz-Büchel. Wer schnappt ihn sich als Erste – Rachel Pellaud, Valentina Rosamilia oder Audrey Werro?

Welche Stars starten am 5. September bei Weltklasse Zürich im Stadion Letzigrund? Die bestätigten Namen gibt es hier.

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